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Mikroorganismus ist ein allgemeiner Name für all die Organismen, die, unabhängig von den systematischen Gruppen, nicht mit bloßem Auge sichtbar sind.
Die Mikroorganismen umfassen Bakterien, Schimmel, Gärmittel und Viren und stellen die einfachste Form des Lebens dar.
BAKTERIEN
Aufgrund ihrer mikroskopischen Maße und ihrer beschränkten Nahrungs- und Umweltbedürfnisse sind Bakterien die am meisten verbreiteten Lebewesen. Es gibt sie überall: im Boden, im Wasser und in der Luft. Ihre Morphologie ist kaum differenziert und ihre Form ist vorwiegend kugel- oder stäbchenartig. Dank ihrer kleinen Dimensionen verfügen Bakterien über ein hohes Oberfläche/Volumen – Verhältnis, das einen raschen Stoffwechsel und damit ein schnelles Wachstum gewährleistet. Es gibt sie in vier Hauptformen: rundlich oder Kokken, zylindrisch oder Bazillen, kurven- oder spiralenförmig, d.h. Vibrionen oder Spirillen, faserig oder Aktinomyzeten. Die Bakterienzelle zeichnet sich durch einen Überzug (Bakterienwand) aus, die die Plasmamembran bedeckt; dieser aus mehreren Schichten bestehende Überzug hat die Funktion, die Form und Festigkeit der Zelle zu bewahren. An der Außenseite der Wand befindet sich oft eine leichte, aus Polysacchariden bestehende Kapsel, die von der Zelle selbst abgegeben werden. Bakterien verfügen nicht über einen eigentlichen, durch eine Membran vom Zellplasma getrennten Kern, und sie haben auch keine morphologisch bestimmbaren Chromosomen; unter Bakterienchromosom versteht man nämlich ein einziges DNA – Molekül, das die gesamte, wesentliche, genetische Information einer bestimmten Art enthält. Manche Bakterien verfügen über bestimmte Hüllen (Sporen), die der Alterung und allen zersetzenden Agenten widerstehen. In besonderen Situationen, wie bei hoher Temperatur oder extremer trockener Umgebung, verlieren sie ihre Fähigkeit zur Fortsetzung nicht. Die Sporen sprießen, sobald die Umweltbedingungen wieder günstig sind.
PILZE
Im Vergleich zu anderen Lebewesen weisen Pilze eine differenziertere Struktur auf, besitzen einen Zellkern und gehören damit zur Familie der Eukaryonten. Unabhängig von ihrer taxonomischen Klassifizierung werden alle Pilze, deren Myzel oft auf Lebensmitteln zu sehen ist, als Schimmel definiert. Viele mikroskopische Pilze des Typs Aspergillus, Mucor, Pennicillium werden so benannt. Diese leben als Saprophyten auf verschiedenen organischen Substanzen, wobei sie mit ihren Körpern eine pulverige Blüte (Myzel) bilden, die oftmals grüne, bläuliche, braune oder schwarze Färbungen annimmt, wie sie eben für verschimmelte Lebensmittel typisch sind. Schimmel sind Aeroben und bedürfen einer sauerstoffreichen Luft, um zu wachsen; demzufolge entwickeln sie sich vorzugsweise auf der Oberfläche der angegriffenen Substrate. Die minimale Sauerstoffkonzentration, die zur Bildung von Schimmel notwendig ist, unterliegt starken Schwankungen. Manche Arten, wie z.B. Mucor, können in anaeroben Bedingungen gären: ihre Entwicklung schreitet jedoch schon nach kurzer Zeit nicht mehr weiter fort. Im Verhältnis zu Bakterien überleben Schimmel unter extremen Umweltbedingungen besser. Sie widerstehen Verringerungen des pH-Wertes und des Wassergehalts sowie niedrigen Temperaturen und weisen weniger drastische Entwicklungsrückgänge als die Mehrzahl der Bakterien auf. Viele Schimmel haben in der Medizin aufgrund ihrer Fähigkeit, verschiedene, chemische Mischungen (Antibiotika) zu verarbeiten, die bei der Bekämpfung von zahlreichen Infektionskrankheiten wirksam sind, große Bedeutung gewonnen. Manche sind aber auch Parasiten des Menschen, der Tiere oder Pflanzen und können großen Schaden anrichten.
VIREN
Viren stellen eine Gruppe notwendiger intrazellulärer Parasiten dar. Ihre biologische Organisation ist auf einem subzellulären Niveau strukturiert, da sie v.a. aus unbestimmten Material aus Nukleinsäure (DNA oder RNA) mit einem proteinischen Behälter (Kapsid) bestehen. Letzterer hat die Funktion des Schutzes des viralen Genoms. Viren verfügen nicht über Systeme, um Energie zu produzieren, und haben auch keine eigenständigen biosynthetischen Fähigkeiten. Deswegen können sie erst patogen wirken, wenn ihr in einer Zelle befindliches Genom sich auf Kosten der Gastzelle mit dieser integriert und vervollständigt. Viren sind für bestimmte Krankheiten von Menschen, Tieren, Pflanzen und sogar von Bakterien (Bakteriophagie) verantwortlich
ALLERGENE
Die Aufmerksamkeit, die wir unseren Speisen und Getränken widmen, muß auch für die Luft in geschlossenen Räumen gelten. Staub enthält Viren, Bakterien, chemische Verschmutzung, Milben. Alle Allergene, die die Atemwege betreffen, haben kleinste Ausmaße (in der Größenordnung von Mikron) und schweben deswegen lange Zeit im unsichtbaren Staub der Räume, die wir gewöhnlich betreten. Niesen, eine verstopfte Nase, gerötete Augen, Tränen, Atembeschwerden und Kopfweh sind typische Zeichen von Pollen- oder Stauballergie. Der Beweis, daß der Kot von Milben reich an Allergenen ist, hat die Aufmerksamkeit der Forscher von den Milben auf deren Exkremente gewandt und das Problem der Bestimmung des allergischen Potentials aufgeworfen. Es ist nämlich selten, daß Milben oder deren Abfälle in der Luft schweben, während einige Fäkalteilchen reichlich vorkommen. Beim normalen Atmen werden diese in der Luft vorhandenen Teilchen eingeatmet und gelangen tief in die Bronchien und Lungen. Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Menge inhalierter Allergene und dem Auftreten von allergischen Symptomen. Eine vorbeugende Wirkung durch die Bakterientötenden Lampen ist von grundlegender Bedeutung.